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>CD-Rezension von
H-J.Depel [20.01.2012]
>CD-Rezension von
Jörg Giersberg [20.06.2008]
>
Bericht
im Musiker Magazin vom
[14.04.2005]
>
Bericht
im Kölner Stadtanzeiger vom
[10.02.2005]
>
Bericht
im Kölner Stadtanzeiger vom
[04.09.2002]
>
Bericht
in der Kirchenzeitung vom
[19.08.1985]
>
Bericht
im Kölner Stadtanzeiger vom
[16.06.1985]
Plattenkommentar im Musiker
Magazin
J.D., 14.04.2005
Scholz
* mit mir *
Schon mit 8
Jahren begann Scholz mit seinem
musikalischen Talent an die
Öffentlichkeit zu treten. Doch
im Gegensatz zu damals als er
Mitglied des Kölner Domchors
war, tritt er dem Publikum heute
als SingerSongwriter entgegen
und überzeugt durch seine
romantischen und eingehenden
Kompositionen. Eine
zurückhaltende CD, die erkennen
lässt, dass es hier jemand mit
seiner Musik ernst meint. J.D.
All die
Lieder, die am
Wegesrand liegen
VON ANDREA
JÜNGER,
10.02.05,
Er ist ein
Perfektionist,
komponiert und textet Songs am
liebsten im Alleingang.
Deshalb versucht es der
Frontmann der Kölner Band
„Projekt Kern“ nun auch solo.
Hin und
wieder, wenn er Menschen in
der Stadt beobachtet, fallen
ihm Songtexte ein. „Um sie
nicht zu vergessen, bleib ich
gleich stehen oder steige vom
Fahrrad, um sie ins
Diktiergerät meines Handys zu
sprechen.“ Harald Scholz
textet und komponiert seine
Lieder selbst. Der Musikant
aus Nippes, der seit 2000
Sänger der Band „Projekt Kern“
ist, startet gerade eine
Solokarriere unter dem Namen
„Scholz“. Das erste Album „Mit
mir“, auf dem deutscher Pop
und gefühlvolle Texte zu hören
sind, ist im vergangen Herbst
erschienen.
Musik spielt
für ihn schon seit Kindertagen
eine wichtige Rolle. Mit acht
Jahren schickten seine Eltern
ihn auf die Kölner
Domsingschule, später wurde er
dann Mitglied im Kölner
Domchor. Doch mit dem
Stimmbruch endete die frühe
Karriere als Chorknabe. Danach
spielte und sang Scholz in
verschiedenen Schülerbands -
allerdings
mit weit
härterer Gangart als
heutzutage. Beim allerersten
Konzert, so erinnert er sich
schmunzelnd, „haben wir
gerockt, bis die Aula bebte,
die Lehrer waren richtig
erschrocken“. Heutzutage liebt
er es ruhiger. Zu Pop und
sanften Rock-Klängen kommen
hin und wieder Blues- und
Jazzelemente; für letztere
sorgt allein schon ein
Saxophonist in der Band.
Transparente Musik möchte
Scholz machen, bei der jedes
einzelne Instrument voll zur
Geltung kommt.
Wenn er
singt, dann klingt die Stimme
des gebürtigen Kölners ein
bisschen wie die von Marius
Müller Westernhagen - das sagt
er auch selber. Ein echtes
Vorbild ist Westernhagen aber
genauso wenig wie Udo
Lindenberg, obwohl Scholz
beide mag. Der Künstler aus
Nippes möchte seinen eigenen
Stil verwirklichen, deshalb
auch das Soloalbum zusätzlich
zu seiner Arbeit bei „Projekt
Kern“. Die Band legt besonders
Wert auf melodische Songs, die
leicht mitzusingen sind.
Scholz hingegen bevorzugt
komplexere Musik und
anspruchsvollere Texte. Von
Liebe, Sehnsucht und
Selbstzweifel handeln die
Songs: „Das meiste ist fiktiv,
es ist mir einfach so
eingefallen, wenn ich Menschen
beobachte zum Beispiel. Aber
einige Lieder sind auch ein
wenig autobiografisch.“ Wie
zum Beispiel „Mit mir“, das
seinem Album den Namen gab.
„Mit mir“ wurde zusammen mit
befreundeten Musikern im
Tonstudio von Robert Juretzki
in Bickendorf aufgenommen. In
dem Studio proben sowohl
„Projekt Kern“ als auch
„Scholz“ einmal wöchentlich.
Scholz ist auf seinem Album
als Sänger, am Piano und an
der Akustik-Gitarre zu hören.
In seiner Band spielen unter
anderem Schlagzeuger Marc
Wegner von „Projekt Kern“,
Altsaxophonist Ernst Langer
und Bassist Sascha Loss, der
auch mit „Klaus, dem Geiger“
tourt. Die CD „Mit mir“ ist
bisher nur im Internet unter
www.haraldscholz.de
erhältlich.
Solo kann
Scholz seinen Hang zum
Perfektionismus am besten
ausleben. Seine Songs stellt
er den Musikern erst nach
langer Bearbeitungszeit vor.
Denn es gibt in der Musik
meist Überflüssiges, das
ausgespart werden kann und
Worte, die sich durch
treffendere Ausdrücke ersetzen
lassen. Bei seinen Texten ist
ihm wichtig, dass sie auf den
Punkt kommen. „Ich mag dieses
drum herum erzählen nicht,
meine Lieder sollen Gefühle
konkret ausdrücken.“ Eine
Strophe aus „Mit mir“ lautet:
„Mein Glück hat mich
verlassen, kann nur hoffen für
ganz kurze Zeit. Ich knie am
Boden ich sehe zum Himmel und
ich schrei und ich schrei, ich
schrei.“
Vor allem
Leidenschaft muss in seinen
Liedern sein. „Sonst könnte
ich gar keine Musik machen.“
Dem Besucher seiner Homepage
springt dann auch gleich der
Spruch „Musik ist alles“ ins
Auge. Und diese Devise möchte
der 29-Jährige leben, sein
großer Traum wäre es, sein
Hobby zum Beruf zu machen und
Songtexter und Sänger zu
werden. Doch das ist gar nicht
so leicht, wie der
ausgebildete
Musikalienhändler, der als
kaufmännischer Angestellter
arbeitet, weiß: „Wochenlang
fällt mir gar nichts ein, und
in manchen Phasen entstehen
fünf oder sechs Songs auf
einmal.“ Alles, was ihm dann
in den Sinn kommt, schreibt er
sofort auf. Häufig entstehen
ganze Blocks voller Notizen,
die später überarbeitet und
gekürzt werden. „Meistens
summe ich dann schon eine
Melodie mit, stelle mir die
Instrumente vor, die am besten
klingen.“ Und manchmal macht
er das auch mitten in der
Stadt.
Deutsch-Rock vom
Meeresgrund

VON
REINER KRAMER,
04.09.02

Die Band
„Projekt Kern“ legt Wert
darauf, dass jeder ihre
Lieder gleich mitsingen
kann.
Das Wort
„Kern“ lässt der Fantasie
viel Raum. Obst, ein
Mittelpunkt, Kernenergie und
einiges mehr kommen in den
Sinn. Darauf haben es die
acht Musiker aus Bickendorf
auch abgesehen. „«Projekt
Kern» ist einfach ein guter
Name. Und zur Interpretation
fällt einem auch immer was
ein“, gibt Torsten Wyssada
unumwunden zu. Das hört sich
dann so an: „Kernig“ sei die
Musik. Oder: „Der Kern
unserer Musik soll die
größtmöglichste Freiheit
sein.“ Stilistische Vielfalt
ist gewünscht. Jeder könne
hier seine Vorlieben
ausleben, stimmen die acht
Musiker überein.
Deutschem
Rock und Pop hat sich die
Big Band verschrieben, in
der Tradition von
Westernhagen, Klaus Lage,
„etwas Echt ist auch dabei“.
Eingängige Melodien
bestimmen die Lieder. „Jeder
wird unsere Songs nach dem
ersten Hörgenuss mitsingen
können“, meint Sänger Harald
Scholz.
Die
Melodien entstehen meist im
Proberaum: „Wir jammen
zusammen und jeder bringt
ein, was er für richtig
hält“, erläutert der
Frontmann. Klar, Kompromisse
müssen sein. „Schließlich
hat jeder seine eigene
Interpretation des Songs vor
Augen. Und alle Ideen müssen
zusammengeführt werden.“
Eine
weitere Namensinterpretation
gibt Marcus Radeke: „Jaan
Kampus und ich waren die
ersten Bandmitglieder, haben
sozusagen den Kern
gebildet“, wirft er ein.
Diese Version bestreiten die
Kollegen jedoch -
freundlich, aber vehement.
Dass
schließlich „Projekt Kern“
daraus wurde, hat einen ganz
einfachen Grund: „In
Süddeutschland existiert
bereits eine Band mit dem
Namen «Kern».“ Und weil die
Mitglieder an ihren
überregionalen Erfolg
glauben, haben sie halt ein
„Projekt“ daraus gemacht.
Seit
zweieinhalb Jahren ist die
Combo nun beisammen. Geprobt
wird regelmäßig montags und
freitags in Bickendorf. Im R
& J-Studio von Robert
Juretzki im Gewerbepark hat
das Oktett seine Basis. Hier
entstehen fast alle neuen
Kompositionen. Und hier
nehmen sie derzeit auch ihre
erste CD auf. Die Musiker
sind sich einig: „Ende des
Jahres wollen wir die fertig
haben.“ Auf dem
alljährlichen
Weihnachtskonzert des
Studios soll die Scheibe
Freunden und Bekannten
vorgestellt werden. Im
kommenden Jahr wollen sie
Bewerbungs-CDs mitsamt
Videoclip an Labels
versenden. Und auch
Live-Gigs sind für 2003
geplant.
„Ein
weiter Weg“, sagen Harald
Scholz, Jaan Kampus, Marcus
Radeke, Mathias Keil, Ernez
Lange, Marc Wegner, Andy
Grzella und Torsten Wyssada.
Wyssada
spielt die E-Gitarre und
singt im Background. Der 31
Jahre alte Pulheimer
arbeitet als DV-Koordinator.
Gemeinsam mit Andy Grzella,
Marc Wegner und Jaan Kampus
hatte er nach dem
Schulabschluss eine Band
gegründet. „Wir konnten alle
kein Instrument spielen,
haben ein wenig in die
Mikros gegrölt und das ganze
als Punkrock bezeichnet“,
erinnert er sich. Mit
Deutschrock und Blues hat er
es danach versucht, das war
die Band „Finish“. „Wir
waren ziemlich erfolgreich.
Einen Bandwettbewerb im
Krebelshof haben wir
gewonnen.“
Auch Marc
Wegner und Jaan Kampus (31)
waren damals im Krebelshof
dabei. „Das Gefühl ist
einfach klasse, wenn das
Publikum deine Songs
mitsingt und dich feiert,“
beschreibt Kampus seine
Erfahrung auf der Bühne.
„Davon kannst du einfach
nicht genug bekommen.“ Der
31 Jahre alte
Mediengestalteter wohnt in
Weidenpesch. Er spielt
akustische und elektrische
Gitarren und singt im
Background. An den Drums
sitzt Marc Wegner, ebenfalls
31. Er ist hauptberuflich
Maschinenbau-Student.
Andy
Grzella (32) ist der
Percussionist. In früheren
Gruppen hat sich der
Pulheimer am Bass ausgetobt.
„Den hatte aber Marcus schon
besetzt. Da hab ich mir halt
die Bongos gegriffen“,
erinnert er sich. Erst spät
sei er zu der Band gestoßen.
Vor einem Jahr ist er
eingestiegen. „Auf dem Klo
im Jugendheim hab ich Jaan
und Marc über die Band reden
hören. Da habe ich gefragt,
ob sie noch jemanden
brauchen können.“ Zur
nächsten Probe sei er
einfach mitgekommen. „Ich
wollte unbedingt wieder
Musik machen“, sagt er.
Auch
Marcus Radeke ist ein
Autodidakt: „Zum Bass hab
ich erst vor vier Jahren
gegriffen.“ Nach dem Gehör
habe er anfangs Melodien
nachgespielt, schließlich
eigene entwickelt. „Noten
lesen kann ich bis heut
nicht“, gibt sich der
Weidenpescher trotzig. Als
Gastmusiker ist derzeit
Ernest Lange mit dem
Alto-Saxofon und der Flöte
dabei.
Keyboarder
Mathias Keil hat „den
theoretische Background für
unsere Kompositionen“, wie
er selbst erklärt. Obwohl er
eigentlich keine
Banderfahrung besitzt,
greifen die Musiker gerne
auf sein Wissen zurück. Der
31-Jährige hat acht Jahre
lang eine Ausbildung am
klassischen Klavier
genossen. Und vor Publikum
spielte er schon früh: „In
der Kirche hab ich oft den
Kantor an der Orgel
vertreten.“ Und so
unterschiedlich sei das
Keyboard nicht, „weiße und
schwarze Tasten hat es
schließlich auch“.
Die
Songtexte schreibt Sänger
Harald Scholz. Der
27-Jährige ist durch ein
Zeitungsinserat zur Truppe
gestoßen. „Uns fehlte noch
die passende Stimme“,
erklärt Radeke. „Ein
bisschen wie Westernhagen“
höre sich Scholz an. Seine
Texte dagegen erinnern die
Bandmitglieder eher an
Herbert Grönemeyer.
Zum
Repertoire der Musiker
gehören ausschließlich
eigene Songs. „Ein Cover
müsste mindestens genauso
gut sein wie das Original“,
behauptet Keyboarder Keil.
Gelungen sei eine
Coverversion nur dann, wenn
sie „das Lied in einen
anderen Musikstil
transportiert“. Die Bürde
eines Vergleichs mit den
Rock- und Popgrößen wollen
sie aber nicht auf sich
nehmen. Doch, räumt Radeke
ein, einmal hätten sie es
auch versucht: „Auf dem
letztjährigen
Weihnachtskonzert haben wir
eine Interpretation von
«Stille Nacht, Heilige
Nacht» in verrockter Version
gespielt“ - eine Ausnahme.
Die Texte
schreibt Scholz im stillen
Kämmerlein. Viele seien
autobiografisch, einige
fiktiv. Gemeinsam ist allen,
dass sie von „der Suche nach
dem Sinn des Lebens“
handeln, sagt der
kaufmännische Angestellte.
Und der Rest der Band kann
sich mit seinen Werken
identifizieren. Die Stimmung
sei das alles entscheidende
Kriterium, sind die Musiker
sich einig. Und besonders
gut schreibt es sich - so
scheint es - mit einer
handfesten Depression. Oder
anders ausgedrückt, wie es
etwa im Song „Meeresgrund“
heißt: „Jetzt lieg ich hier
auf dem Meeresgrund /
dreitausend Meilen tief /
völlig ungesund.“
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